Weinprobe im Hagenauer Winzerhaus
Weinproben, die ich regelmäßig bei der Vergärung des Mostes durchführen muss, sind für meine Arbeit als Winzerin besonders wichtig um die Entwicklung des jeweiligen Weines festzustellen. Doch ich koste nicht nur meine Weine, sondern auch Weine anderer Keltereien und nahm daher vor kurzem an einer Weinprobe im Hagenauer Winzerhaus teil.
Begonnen haben wir im Freien, da sich das Wetter von der schönsten Seite zeigte. Verschiedene Weine wurden in kelchförmige, geschlossene Weingläser gefüllt, damit sich das Aroma frei entfalten konnte. Als Weinkenner achten wir natürlich darauf, die Weingläser nur am Stiel anzufassen, damit sich die Körperwärme nicht auf den Wein überträgt. Zudem diente ein hochwertiges Markisentuch über dem Tisch als Sonnenschutz, um angenehme Temperaturen zu schaffen. Zur Neutralisierung gab es Weißbrot und Wasser.
Nach der ersten kleinen Probe, setzten wir die Verkostung im Innenbereich fort und beurteilten den jeweiligen Wein. Zuerst bewerteten wir die Farbe. Dabei achteten wir auf die Klarheit, um die Reinheit des Weins festzustellen. Man unterscheidet unter anderem zwischen Farbtönen, wie Granatrot, Purpurn, Rubinrot oder Kirschrot; der Farbintensität, wie tief, hell, klar oder transparent; den Nuancen und Schattierungen und der Leuchtkraft. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Duft, der sich entfaltet, wenn man das Glas leicht schwenkt und sich viel Zeit nimmt, um Aromen, wie Kirsche, Pflaume, Himbeere, Nelke, Pfeffer, Harz oder Teer zu genießen. Anschließend folgt der Geschmack. Dazu schlürften wir die edlen Tropfen, bewegten sie im Mund hin und her, damit sich der Wein verändern konnte, und schluckten ihn erst danach hinunter. Ein Wein schmeckt zum Beispiel süß, schwer, fruchtig, scharf, pikant, würzig oder bitter. Die letzte Betrachtung ist der Abgang, also der Nachgeschmack, der sich nach dem Hinunterschlucken bildet.
Zum Glück hingen Raffrollos am Fenster, damit wir der Weinprobe in angenehm kühler Ruhe nachgehen konnten. Ich probierte viele leckere Weine und ließ mich für die Arbeit in meiner Winzerei inspirieren, weshalb ich Weinproben so sehr schätze.